Pfaffenhofen >> Kultur & Kreatives >> Filmkunsttage: Der besondere Film
Bei den Filmkunsttagen der vhs kommen Filme zur Aufführung, die nicht dem "mainstream"-Kino angehören, die in den Filmkritiken zwar als sehr sehenswert eingestuft werden, die aber dennoch nur zum geringen Teil den Weg in die Kinos finden.
Bei guten Filmen lohnt es sich sehr, über sie zu reden. Oft wird man sich erst dann ihrer besonderen künstlerischen Qualität bewusst. Deshalb laden wir nach der Aufführung des Filmes zu einer kleinen Gesprächsrunde im Kino-Bistro ein. Es moderiert Peter Dorn, der zusammen mit Pia Schafft für die Auswahl der Filme sorgt.

Beendet bzw. abgesagt Filmkunst-Tag: Styx

Di, 05.02.2019, 19:30 Uhr, in Pfaffenhofen − Kurs-Nr. 191A5738
Dozent: Peter Dorn (Moderation)

Styx kommt zunächst wie ein Segel-Abenteuerfilm daher. Rike, 40, ist eine erfolgreiche Ärztin, deren Dienst ihr alles abverlangt. In ähnlich tüchtiger Weise geht sie auch mit ihrer Zwölfmeteryacht um, mit der sie auf die Weite des Atlantiks segelt. Sie erfüllt sich einen lang gehegten Traum: Allein auf einem Segelschiff von Gibraltar nach Ascension, eine kleine tropische Insel mitten im Atlantischen Ozean, zu reisen. Ihr Wunsch nach unbeschwerten Ferien scheint sich zu erfüllen, auch noch, als Sie mit einem Unwetter mit hohen Wellen und starkem Regen fertig werden muss. Nach dem Sturm aber schlägt das schöne Abenteuer in eine nicht gekannte Herausforderung um: In der Nähe ihres Schiffes entdeckt sie ein schwer beschädigtes, hoffnungslos überladenes Flüchtlingsboot. Mehr als hundert Menschen sind vom Ertrinken bedroht. Rike alarmiert die Küstenwache, versucht, Hilfe zu organisieren, doch die kommt nicht. Im Gegenteil: Man verbietet ihr, sich dem Boot zu nähern. Es wäre zu gefährlich für sie. Auch ein Containerschiff in der Nähe darf nicht eingreifen, weil die Reederei die Aufnahme von Flüchtlingen verboten hat. Rike steht vor einem unlösbaren Dilemma, das sie - gerade auch weil sie Ärztin ist - schwer erschüttert.

Wolfgang Fischer, dem Regisseur, gelingt es, dem Zuschauer Rikes Situation eindrücklich spüren zu lassen, so dass er sich unmittelbar mit der Flüchtlingsproblematik konfrontiert sieht.
Das Drama Styx ist starkes deutsches Kino, wie es aktueller und brisanter nicht sein kann.

Nach der Vorstellung besteht die Möglichkeit zum Gespräch über den Film. Interessierte sind dazu recht herzlich eingeladen.

Beendet bzw. abgesagt Filmkunst-Tag: Shoplifters - Familienbande

Di, 12.03.2019, 20:00 Uhr, in Pfaffenhofen − Kurs-Nr. 191A5739
Dozent: Peter Dorn (Moderation)

Für sein großartig sensibles Drama "Shoplifters" hat der Regisseur Hirokazu Kore-edan die Goldene Palme auf den diesjährigen Filmfestspielen in Cannes erhalten. Wie so oft geht es dem japanischen Meisterregisseur um Familie und gesellschaftliche Außenseiter. Ein Ladendieb und eine Arbeiterin finden nachts auf der Straße ein vernachlässigtes Mädchen und nehmen es spontan bei sich auf. Kleine Leute mit großem Herzen demonstrieren, wie Würde geht - und Solidarität, just in jenem Japan, wo gnadenloser Konkurrenzkampf und rigoroser Leistungsdruck das Leben beherrschen. Ein berührendes Lehrstück in Humanismus und Nächstenliebe, ganz ohne Zeigefinger oder moralinsaure Predigt. Premierminister Shinzo Abe wollte dem Regisseur nicht zur Palme gratulieren. Das übernahm das Volk und bescherte dem Dama das beste Kassenergebnis eines japanischen Films in diesem Jahr.

Beendet bzw. abgesagt Filmkunst-Tag: Robin - Watch for Wishes

Di, 02.04.2019, 20:00 Uhr, in Pfaffenhofen − Kurs-Nr. 191A5740
Dozent: Peter Dorn (Moderation)

Die Regisseure des heutigen besonderen Films stammen aus Ingolstadt. Es sind die Gebrüder Kevin (28) und Tobias (27) Schmutzler. Robin ist inspiriert von wahren Ereignissen und persönlichen Erfahrungen, welche die beiden Filmemacher im Rahmen ihrer bisherigen Arbeiten in Entwicklungsländern machten.
Die Auswertung des Films ist Teil einer Spendenkampagne, die dazu dient, kranke und benachteiligte Kinder zu unterstützen.
So konnte durch internationales Crowdfunding sowie durch die Beiträge zahlreicher Firmen die Produktionskosten gering gehalten werden. Zudem war Robin im vergangenen Jahr auch auf YouTube zu sehen, wodurch weltweit Einnahmen generiert wurden, die ebenfalls dem guten Zweck dienten.
Im Mittelpunkt des Dramas steht Robin. Er ist elf Jahre alt und schwer krank.
Seine Eltern stehen vor einer schweren Entscheidung: Ihn im Krankenhaus zu lassen, um ihn, so lange es geht, am Leben zu halten oder ihn nach Haus zu holen zum Sterben.
Sein Vater jedoch entschließt sich zu einer völlig anderen Lösung: Er weiß um die geheime Bucketliste seines Sohnes, in der dieser all das aufgeschrieben hat, was er vor seinem Tod unbedingt noch machen möchte. Also entführt er Robin aus dem Krankenhaus und geht mit ihm auf die Reise. Alle in der Liste aufgeführten Wünsche des Sohnes sollen sich erfüllen.
Schockiert alarmiert die Mutter die Polizei und versucht alles in ihrer Macht stehende, Vater und Sohn ausfindig zu machen. In den Texten und Gedichten ihres Mannes findet sie Spuren, die nach Südafrika weisen.
Robin ist ein spannungsvoller Film, mit beeindruckenden Schauspielern und einem überraschenden berührenden Ende. Lebenszeit oder Lebensqualität, Überleben oder wirklich leben, das ist der universelle Konflikt, um den es sich in dem Drama dreht.
Über den Film und über diese Thematik zu sprechen, dazu sind die interessierten Besucher herzlich eingeladen. An dem Gespräch nimmt auch Kevin Schmutzler, einer der beiden Regisseure, teil. Veranstaltet wird der Filmabend in Zusammenarbeit mit der Bay. Krebsgesellschaft e. V.

Beendet bzw. abgesagt Filmkunst-Tag: Border

Di, 07.05.2019, 20:00 Uhr, in Pfaffenhofen − Kurs-Nr. 191A5741
Dozent: Peter Dorn (Moderation)

Der Titel des Filmes: Border, Grenze sagt schon sehr viel über ihn aus: In vielfacherweise thematisiert er das Thema Grenze. Schon vom Genre her: Ist es eine Liebesgeschichte, ein Krimi, ein Selbstfindungsdrama, eine Fantasieerzählung mit Horrorelementen? Er ist von allem etwas und sprengt auf jeden Fall Gattungsgrenzen. Das macht Border zu einem ganz ungewöhnlichen Kinoereignis.

Border beruht auf einer Geschichte aus dem Erzählband „Die Grenze“ von John Lindqvist, der als Autor von Horrorgeschichten bekannt wurde. Regisseur des Filmes ist der aus dem Iran stammende Ali Abbasi, der nun in Kopenhagen lebt.
Er erzählt die Geschichte der Grenzbeamtin Tina, deren eher abstoßendes Aussehen sie zu einer Außenseiterin macht. Aber dem Zoll ist sie eine unentbehrliche Hilfe, denn sie hat ein besonderes Talent: Sie kann Gefühle riechen und somit Schmugglern oder anderen Kriminellen das Handwerk legen. Schon wenn sie nur leicht die Nase rümpft, weiß man, da kommt jemand, der Angst hat, aufgeregt oder nervös ist, weil sich in seinem Gepäck etwas befindet, was der Zoll nicht sehen darf.
Ansonsten lebt Tina zurückgezogen in einem Häuschen im Wald, lässt den Hundezüchter Roland bei sich wohnen, der sie aber eigentlich nur ausnützt, und besucht gelegentlich ihren Vater in einem Altersheim.
Frei und ungezwungen wirkt sie, wenn sie allein, oft barfüßig durch die Wälder streift und auf Tieren wie Fuchs und Elch trifft, die sich ihr gegenüber zutraulich verhalten.
Eines Tages begegnet Tina bei der Zollkontrolle einem Mann, bei dem sie sofort spürt, dass er anders ist als die anderen. Er hat einen ähnlich bulligen Körperbau und sein grob geschnittenes Gesicht gleicht fast dem ihrigen. Tina fühlt sich auf geheimnisvolle Weise zu ihm hingezogen und es dauert nicht lange, dann zieht Vore bei ihr ein. Es entwickelt sich deine leidenschaftliche, naturnahe Liebe zwischen beiden.
Diese Beziehung öffnet Tina die Augen über ihr Wesen und ihre Herkunft. Vore erklärt ihr, dass seine und ihre Eltern einst in psychiatrischen Kliniken eingesperrt gewesen seien und dort gestorben sind. Im Gegensatz zu ihm, der nur in Waisenhäusern aufgewachsen ist, sei sie in eine Pflegefamilie gekommen, sie also nicht das leibliche Kind des Vaters, den sie besucht.
Aber Vore ist doch anders als sie. Während sie den Menschen „nicht schaden will“, ist dieser ein Feind der Menschen und in einen schlimmen Kriminalfall verwickelt. Tina wird gebeten, ihre Fähigkeiten zur Verfügung zu stellen, um diesen Fall zu lösen.
Ali Abbasi, der Regisseur hat mit seinem Film ein sehr berührendes, streckenweise schockierendes Drama geschaffen, in dem er Themen wie Identität, Ausgrenzung und Rassismus verarbeitet hat. Hervorzuheben sind die großartigen Leistungen der beiden Hauptfiguren. Besonders Tina, dargestellt von Eva Melander, gelingt es, den Zuschauer so für sich einzunehmen, dass er ihr Äußeres bald nicht mehr wahrnimmt.

Beendet bzw. abgesagt Filmkunst-Tag: The Mule

Di, 04.06.2019, 20:00 Uhr, in Pfaffenhofen − Kurs-Nr. 191A5742
Dozent: Peter Dorn (Moderation)

Filmkomödien, in denen gerade Senioren auf die schiefe Bahn geraten, scheinen gegenwärtig in Mode zu sein. In Abgang mit Stil (2017) rauben drei alte Herren eine Bank aus und in Ein Gauner und ein Gentleman, der im Frühjahr dieses Jahres in die Kinos kam, spielt Robert Redford einen unverbesserlichen Bankräuber, der nicht Müde wird, seiner alten Leidenschaft nachzugehen.
In dem Roadmovie The Mule , der am kommenden Dienstag, den 4.6. um 20.00 h im CineradoPlex zu sehen ist, geht es ebenfalls um einen alten Mann, der entdeckt, dass er als Drogenkurier auf bequeme Art viel Geld verdienen kann. Die Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit, in der ein fast 90-jähriger gescheiterter Gärtner tatsächlich über 10 Jahre für das mexikanische Sinaloa-Kartell Drogen durchs Land fuhr. Als er - ehemals ein hochdekorierter Veteran des 2. Weltkrieges - enttarnt wird, gibt er an, schon etwas senil zu sein und nicht mehr so recht zu wissen, was er eigentlich macht.
Die New-York-Times schrieb darüber einen längeren Artikel, den Clint Eastwood zur Grundlage seines Filmes machte, in dem er sowohl die Hauptrolle spielt als auch Regie führt.
Dabei steht nicht so sehr der Regisseur Eastwood im Vordergrund, sondern sein darstellerisches Können. The Mule ist vor allem eine Schauspielerfilm, in dem die Spannung nicht zu kurz kommt, aber auch Themen wie Schuld, Vergebung, Familie, Freiheit, Männlichkeit verhandelt werden. Der nunmehr 89 Jahre alt gewordene Star erscheint nun nicht mehr wie früher als knurrender alter, weißer Mann, der die überkommenen amerikanischen Werte verteidigen will, sondern als freundlicher lachender Drogenkutscher.
Das Drama zeigt Earl Stone, so sein Name, zunächst als strahlenden Gärtner, der für seine Lilienzucht einen Preis gewinnt, sich feiern lässt, aber dabei wissentlich die Hochzeit seiner Tochter verpasst. Zwölf Jahre später ist sein Gewerbe mit den Blumen ruiniert, das Internet, mit dem er sich nicht anfreunden will, hat ihm die Kundschaft weggenommen. Er muss sein Haus verlassen, die Zwangsvollstreckung hat bereits begonnen. Nach mehr als einem halben Jahrhundert Arbeit steht er vor dem Nichts. Obwohl weder seine Ex-Frau noch seine Tochter mit ihm sprechen wollen, kommt er zur Hochzeit seiner Enkelin. Bei dieser Gelegenheit wird er als Drogenkurier angeworben. Ausdrücklich wird das zwar nicht so formuliert: Er soll Auto fahren und dafür bezahlt werden. Und keine Fragen stellen. Und es macht ihm, der schon sein ganzes Leben lang mit seinen Pflanzen auf Achse war, sichtlich Spaß durch das weite Land zu kutschieren. Dies umso mehr, als er als „Maultier“ nun gutes Geld verdient und damit auch seinen Freunden helfen kann.
Doch irgendwann wird aus Spaß Ernst. Einmal ist da das Drogen-Kartell, das einen neuen Chef bekommt, der überhaupt nicht damit einverstanden ist, wenn Stone gelegentlich eigenmächtig handelt und zum anderen sind da die Drogenfahnder, denen der sympathische alte Mann immer verdächtiger vorkommt.
Vorhersehbar, dass Stone schließlich geschnappt wird. Aber für ihn ist das der Anlass, über sein bisheriges Leben nachzudenken. Für Veränderungen ist es nie zu spät, auch wenn man dafür einen hohen Preis bezahlen muss.
Genre: Roadmovie, Thriller, Melodram
Herkunftsland/Jahr: USA 2018
Regisseur: Clint Eastwood
Drehbuch: Nick Schenk
Darsteller: Clint Eastwood, Bradly Cooper, Alison Eastwood
Länge: 117 Min.
Nach der Vorstellung besteht die Möglichkeit, über den Film ins Gespräch zu kommen. Interessierte sind dazu recht herzlich eingeladen.

Beendet bzw. abgesagt Filmkunst-Tag: High Life

Di, 02.07.2019, 20:00 Uhr, in Pfaffenhofen − Kurs-Nr. 191A5743
Dozent: Peter Dorn (Moderation)

Die französische Ausnahmeregisseurin Claire Denis hat mit High Life ihren ersten Science-Fiction-Film vorgelegt und tatsächlich spielt die Handlung in einem Raumschiff in den Weiten des Alls, aber andererseits hat ihr Film gar nichts zu tun mit dem, was wir sonst von den üblichen Science-Fiction-Blockbustern erwarten.

Das beginnt schon in der ersten Szene, in der man Monte, einen jungen Astronauten, sieht, wie er auf dem Dach des Raumschiffs mit einem Schraubenschlüssel hantiert. Dieser entgleitet ihm und verschwindet im All, als er durch das Sprechfunkgerät das nervige Schreien Willows hört, seiner wenige Monate alten Tochter. Beide sind auf einem Raumschiff unterwegs, bereits weit jenseits unseres Sonnensystems. Das Raumschiff ist ein einfacher Kubus, ähnelt mehr einer Schuhschachtel als das, was man sonst zu sehen bekommt. Es trägt die Nummer 7. Monte und Willow sind die beiden letzten Überlebende der ursprünglich neunköpfigen Besatzung. Diese bestand aus ehemaligen Häftlingen, die der Todesstrafe oder einer lebenslangen Zeit hinter Gittern entgehen konnten, indem sie sich bereit erklärten, sich auf eine Reise zu dem der Erde am nächsten gelegene „Schwarzen Loch“ zu begeben, um nach alternativen Energiequellen zu suchen.
Monte muss nunmehr alle an Bord notwendigen Arbeiten alleine verrichten. Für seine Tochter Willow hat er improvisierte Spielsachen gebastelt und er bereitet den Babybrei für sie aus dem Obst und Gemüse, das er im Garten des Schiffes anbaut. Er weiß, dass eine Rückkehr zur Erde nur sehr unwahrscheinlich ist und man ihn und die anderen hierüber belogen hat.
In Rückblenden erfährt der Zuschauer die grausame Vorgeschichte, wie es zum Tod der restlichen Crewmitgliedern kam und welche zentrale Rolle die herrschsüchtige Bordärztin Dr. Dibs mit ihrem zerstörerischen Wunsch, menschliches Leben auch im Weltall fortzupflanzen, dabei spielte. Nur Monte, der sich ihrem Treiben konsequent entzog, und Willow sind übriggeblieben.
Mehr als 76.000 Erdentage nach Missionsbeginn ist Willow erwachsen geworden. Raumschiff Nr. 7 nähert sich mehr und mehr ihrem Ziel, Willow und ihr Vater besteigen eine kleine Raumfähre und steuern diese in Richtung Schwarzes Loch.



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