Pfaffenhofen >> Kultur & Kreatives >> Filmkunsttage: Der besondere Film
Der besondere Film:
Es kommen Filme zur Aufführung, die nicht dem "mainstream"-Kino angehören, die in den Filmkritiken zwar als sehr sehenswert eingestuft werden, die aber dennoch nur zum geringen Teil den Weg in die Kinos finden. Bei guten Filmen lohnt es sich sehr, über sie zu reden. Oft wird man sich erst dann ihrer besonderen künstlerischen Qualität bewusst. Deshalb laden wir nach der Aufführung des Filmes zu einer kleinen Gesprächsrunde im Kino-Bistro ein. Es moderiert Peter Dorn, der zusammen mit Pia Schafft für die Auswahl der Filme sorgt.

Online-Anmeldung nicht möglich Filmkunst-Tag: Die Blumen von gestern

Di, 07.02.2017, 20:00 Uhr, in Pfaffenhofen − Kurs-Nr. 171A5730
Dozent: Peter Dorn (Moderation)

Der vielfach prämierte Regisseur Chris Kraus ("Vier Minuten") hat mit dieser schwarzhumorigen Komödie seinen vierten Spielfilm vorgelegt. Sie kann mit einer Riege bekannter und beliebter Schauspieler aufwarten. Allen voran Lars Eidinger und Adele Haenel, die beide erst kürzlich in Filmen der vhs-Reihe zu sehen waren.
Eidinger spielt den zwischen Arroganz und Verletzlichkeit schwankenden Akademiker Totila Blumen, genannt Toto. Toto steckt in einer Lebenskrise. Seine Ehe droht zu scheitern und auch im Beruf kündigt sich eine Misere an. Als Historiker arbeitet und forscht er an der zentralen Stelle zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg. Mit seinem Chef liegt er im Clinch, weil dieser den schon lange geplanten Kongress über Ausschwitz zu einem werbefinanzierten Medien-Event verwandeln will. Überdies bekommt er die junge französische Praktikantin Zazie zugeteilt, die ihn mit ihrer offenen, unkonventionellen Art nervt und der er anfangs mit verletzender Grobheit begegnet. Wie er hat auch die Jüdin Zazie familiäre Verbindungen zum Holocaust - freilich auf eine ganz andere Weise. Dennoch kommen sich beide näher.
Von der ersten Szene an gelingt dem Regisseur durch spritzige Dialoge, viel Humor und auch ein bisschen Klamauk eine richtig gute Komödie, die den Zuschauer aber dennoch tief berührt. Denn unter der leichtfüßigen Handlung spürt man sehr wohl auch, wie sehr die Verbrechen des Naziregimes Menschen bis in die 3. Generation hinein belasten können.
Tragikomödie, Romanze von Chris Kraus
Mit Lars Eidinger, Adele Hanel, Jan Liefers, Hannah Herzsprung u.a.
Deutschland, Österreich, Frankreich 2016
125 Min.

Online-Anmeldung nicht möglich Filmkunst-Tag: Manchester by the Sea

Di, 07.03.2017, 20:00 Uhr, in Pfaffenhofen − Kurs-Nr. 171A5731
Dozent: Peter Dorn (Moderation)

anchester by the Sea ist ein Familiendrama, das vielfach preisgekrönt und als bester Spielfilm für den diesjährigen „Oscar“ nominiert wurde.
Regisseur des Filmes ist Kenneth Lonergang, der zusammen mit John Krasinski auch das Drehbuch schrieb und dafür den diesjährigen „Oscar“ für das beste Originaldrehbuch bekam.
Der Film beginnt mit einer Szene, die sich später als Rückerinnerung erweist: Zwei Männer und ein Junge fahren mit einem Fischtrawler hinaus aufs Meer. Die Männer sind Brüder, der Junge ist der Sohn des älteren. Die Stimmung ist ausgelassen, sie lachen, schauen aufs Wasser, reden über Haie, trinken Bier.
Dann sieht man den jüngeren Bruder vor einem Mietshaus Schnee schaufeln. Seine Miene ist versteinert, sein Rücken gekrümmt, seine Schultern hängen nach vorne. Seine Stimme – wenn er denn einmal spricht – ist von Gleichgültigkeit und Trostlosigkeit geprägt. Lee arbeitet als Hausmeister in Boston. Sein Leben spielt sich ab zwischen Schnee wegräumen, Toiletten reparieren und ausgefallene Heizungen wieder in Gang setzen. Dazwischen schieben sich immer wieder Prügeleien, die er in einer Bar anzettelt. Frauen sehen ihn gerne, doch er geht nie auf ihre Angebote ein.
An diesem kalten Wintertag erreicht ihn ein Anruf, der sein einsames, karges Leben von Grund auf verändern wird. Sein älterer Bruder Joe, der wie er an einer Herzschwäche leidet, ist ins Krankenhaus eingeliefert worden. Lee macht sich sofort auf, doch bevor in dem kleinen Fischerstädtchen Manchester – seiner ehemaligen Heimat – eintrifft, ist es bereits zu spät. Joe ist tot. Lee muss sich um alles kümmern, denn Joes Frau ist längst außer Haus: um den Nachlass des Toten, um seine Beerdigung und vor allem um Joes Sohn, seinen Neffen Patrick, mit dem er einst so viel gelacht hat. Joe hat Lee zum Vormund für Patrick bestimmt, ohne dass Lee davon wusste. Der 16jährige ist im Ort bestens integriert und deshalb überhaupt nicht bereit, mit Lee nach Boston zu gehen. Lee fühlt sich genervt und überfordert.
Doch Lee muss sich nicht bloß mit seinem pragmatisch denkenden Neffen auseinandersetzen, hier in Manchester erwartet ihn noch eine viel größere, schmerzvollere Aufgabe. Je mehr er mit seiner früheren Heimat zu tun hat, desto häufiger brechen alte Erinnerungen auf, die er bisher eisern unter Verschluss halten konnte. Auch kann er es nicht verhindern, dass er seiner früheren Frau Randi begegnet, mit der er vor Jahren eine chaotische, aber glückliche Ehe führte. Bis eines Tages alles auseinander brach.
Manchester by the Sea ist ein präzis beobachtetes, atmosphärisch außergewöhnlich dicht inszeniertes Meisterwerk, bei dem Tragik und Komik, Ergreifendes und Banales ganz selbstverständlich nebeneinander stehen. „Ein kraftvoller, emotionaler Film“, wie ein Kritiker schrieb, „herzzerreißendes aber auch herzerwärmendes Kino, voll unglaublicher Ehrlichkeit, Authentizität.“
Der Film profitiert vor allem auch von seinen grandiosen Darstellern. Allen voran Casey Affleck als Lee, der bei der diejährigen „Oscar“-Verleihung als bester Hauptdarsteller geehrt wurde. Aber auch Michelle Williams als Randi und Lucas Hedges als Patrick waren für einen „Oscar“ nominiert worden.
Nach der Vorstellung besteht die Möglichkeit zum Gespräch. Interessierte sind dazu recht herzlich eingeladen.

Online-Anmeldung nicht möglich Filmkunst-Tag: Elle

Di, 04.04.2017, 20:00 Uhr, in Pfaffenhofen − Kurs-Nr. 171A5732
Dozent: Peter Dorn (Moderation)

Der Film ist gleichermaßen Psychothriller, Vergewaltigungsdrama und Gesellschaftssatire.
Mit ihm kehrt Regisseur Paul Verhoeven nach langjähriger Abwesenheit zum Kino zurück. Sein neuestes Werk basiert auf dem Roman "Oh..." des französischen Autors Philippe Dijan.
Im Mittelpunkt des Geschehens steht die erfolgreiche Geschäftsfrau Michelle, dargestellt von der wunderbar aufspielenden Isabelle Huppert. Michelle ist Leiterin einer Firma, die Sex- und Gewaltvideos produziert. Sie ist Einzelgängerin, abgeklärt und selbstbewusst. Aufgrund ihrer effizienten Arbeitsweise ist sie die unangefochtene Chefin. Sie ist geschieden, hat einen Liebhaber, der der Mann ihrer besten Freundin ist und einen schwächlichen Sohn.
Zu Beginn des Filmes sieht man Michelle in ihrem großen Haus in Paris. Sie wird von einem maskierten Mann überfallen und brutal vergewaltigt. Statt die Polizei zu rufen, beseitigt Michelle die Spuren, bestellt sich etwas zum Essen und nimmt ein Bad. Der Vorfall scheint sie offensichtlich nicht aus der Fassung gebracht zu haben, vielmehr lebt sie ihr Leben wie gewohnt weiter. Während eines Restaurantbesuchs erzählt sie von der Vergewaltigung, weigert aber sich auch hier, den Rat ihrer Freunde zu folgen und zur Polizei zu gehen. Als Tochter eines Massenmörders weiß sie genug von deren Arbeit und will mit ihnen nichts zu tun haben.
Michelle will lieber selbst herausfinden, wer ihr das angetan hat. Ihr Verdacht richtet sich zunächst auf ihre Angestellten, doch da nimmt ihr Peiniger erneut Kontakt zu ihr auf, in dem er ihr anzügliche Nachrichten schickt. Sie lässt sich aus Neugier, Anziehung und Rache auf ein Spiel mit ihm ein, ein Spiel, das freilich jederzeit außer Kontrolle geraten kann.
Zu Recht wurde Isabelle Huppert für ihre fulminante Darstellung mit dem Golden Globe ausgezeichnet und als beste Hauptdarstellerin bei den Oscars nominiert. Ihr gelang es eindrücklich, eine Person zu verkörpern, die bei aller Intelligenz und Entschlossenheit letztlich doch unberechenbar, ja unergründliche bleibt. Paul Verhoeven ist mit Elle ein großartiges Comeback gelungen, das ebenfalls zurecht mit dem Golden Globe als bester Auslandsfilm ausgezeichnet wurde.
Nach der Vorstellung besteht die Möglichkeit, über den Film ins Gespräch zu kommen. Interessierte sind dazu recht herzlich eingeladen.

Online-Anmeldung nicht möglich Filmkunst-Tag: The Salesman

Di, 02.05.2017, 20:00 Uhr, in Pfaffenhofen − Kurs-Nr. 171A5733
Dozent: Peter Dorn (Moderation)

Ehedrama von Asghar Farhadi; Iran, Frankreich 2016
Das mit einem Oscar als besten nicht englischsprachigen Film ausgezeichnete Beziehungsdrama The Salesman wurde von manchen Filmkritikern auch als Psychothriller bezeichnet. Zu Recht, weil er den Zuschauer bis zuletzt in Spannung hält.
Asghar Farhadi hat schon zwei weitere preisgekrönte Filme vorgelegt, die alle in der vhs-Reihe zu sehen waren.
Wie in den anderen Filmen geht es auch dieses Mal um eine Ehegeschichte, die durch äußere Ereignisse aus den Fugen zu geraten droht. Farhadi wirft dabei auch einen kritischen Blick auf die iranische Gesellschaft. Der Regisseur sah sich bei seiner Arbeit vielfachen Anfeindungen seitens der Zensurbehörde ausgesetzt, dennoch war der Film in seiner Heimat äußerst erfolgreich. Zur Preisverleihung ist Farhadi übrigens aus Protest gegen Trumps Einreisebestimmungen nicht nach Hollywood gefahren.
Im Mittelpunkt der Handlung stehen der Lehrer Emad und seine Frau Rana. Sie sind ein liberales und an westlicher Kultur interessiertes Paar. So zeigt die erste Szene des Filmes, wie sie zusammen mit ihrer Laientheatergruppe Arthur Millers Bühnenstück „Der Tod des Handlungsreisenden“ einstudieren. Dann aber werden sie plötzlich mit unvorhersehbaren Ereignissen konfrontiert. Hals über Kopf müssen sie ihre eigene Wohnung verlassen, weil das Gebäude infolge Baumaßnahmen einzustürzen droht. Doch sie haben Glück. Ein Bekannter von ihnen vermittelt ihnen eine neue Wohnung. Was die beiden aber nicht wissen und erst später erfahren: Die Vormieterin, die ihre ganzen Sachen in einem der Zimmer zurückgelassen hat, ist eine Frau mit zweifelhaften Ruf. Wiederholt hatte sie Männerbesuch. Und so kommt es eines Tages zu einem Unglück. In der festen Meinung, dass Emad nach Hause kommt, öffnet Rana nach dem Klingeln die Wohnungstür und geht ins Bad, um eine Dusche zu nehmen. Doch derjenige, der da um Einlass begehrt, ist nicht ihr Ehemann, sondern ein Bekannter, wohl eher ein Kunde der Vormieterin. Er bedrängt Rana im Bad, bemerkt schließlich seinen Irrtum und flieht.
Was genau passiert ist, bleibt offen, weil Rana nicht bereit ist zu reden, vor allem nicht zur Polizei gehen will. Während sie sich immer mehr zurückzieht und abkapselt, fühlt sich Emad in seinem Stolz verletzt und sinnt auf Rache. Diese unterschiedlichen Reaktionsweisen verstärken die bereits vorhandenen Risse in ihrer Ehe noch. Auch spüren beide den Druck der Nachbarn mit ihren rigorosen Rollenzuschreibungen. Farhadi gelingt es, die Moralvorstellungen der iranischen Zensurbehörde zu bestätigen und gleichzeitig infrage zu stellen.
Mit The Salesman hat der Regisseur ein intelligentes, präzise beobachtetes und aufregendes Beziehungsdrama geschaffen.
Nach dem Film besteht die Möglichkeit zum Gespräch. Interessierte sind dazu recht herzlich eingeladen.

Online-Anmeldung nicht möglich Filmkunst-Tag: Das Schicksal ist ein mieser Verräter

Di, 30.05.2017, 20:00 Uhr, in Pfaffenhofen − Kurs-Nr. 171A5735
Dozent: Peter Dorn (Moderation)

Der Titel des Films weist schon daraufhin: Er setzt sich mit einem ernsten, tief bewegenden Thema auseinander. Er erzählt die Liebesgeschichte zweier Jugendlicher, die an Krebs erkrankt sind, aber dennoch versuchen, das Beste aus ihrer Situation zu machen. So zeigt der Film zwar ungeschminkt ihre körperlichen Beeinträchtigungen, aber auch ihren Optimismus und dass sie das Leben, solange es noch möglich ist, in vollen Zügen genießen wollen.
Dass der Film nie ins Voyeuristische oder Sentimentale abrutscht, liegt vor allem an der Vorlage, an die sich der Film mit Ausnahme einiger weniger Szenen hält. Es handelt sich um den gleichnamigen Roman von John Green, der schnell zu einem Weltbestseller wurde. Der Autor war bei den Dreharbeiten oft mit anwesend und stand dem Regisseur mit Rat und Tat zur Seite.
Zu Anfang des Films erzählt die 16-jährige Hazel Grace ihre Krankengeschichte. Vor drei Jahren erfuhr sie ihre Diagnose: Schilddrüsenkrebs, auch ihre Lunge ist betroffen. Aufgrund einer besonderen Medikation kann sie dennoch ein weitgehend normales Leben führen. Allerdings ist sie auf ein Sauerstoffgerät angewiesen, das sie – wie der Krebs – ständig begleitet.
Ihre besorgten Eltern können Hazel eines Tages überreden, in eine Selbsthilfegruppe zu gehen. Sie ist zuerst recht skeptisch, doch das ändert sich schlagartig, weil sie dort Gus kennenlernt. Er ist so alt wie sie und an Knochenkrebs erkrankt. Seine unbekümmerte, lässige Art und fasziniert sie. Sie treffen sie häufig und verbringen eine nahezu unbeschwerte Zeit miteinander. Hazel will aber nicht eine feste Bindung eingehen, denn sie weiß ja nicht, wie lange sie noch zu leben hat. Schritt für Schritt kann Gus ihr jedoch die Zweifel nehmen.
Hazel hat ein Lieblingsbuch, das vom Sterben eines jungen Mädchens handelt. Der Roman bricht mitten in einem Satz ab. Hazel hätte zu gerne gewusst, wie es mit den handelnden Figuren danach weitergeht. Der Autor des Buches wohnt in Amsterdam. Gus organisiert eine Reise dorthin, um den Autor einen Besuch abzustatten. Aber da verschlechtert sich Hazels Gesundheitszustand und die Ärzte raten dringend davon ab, die Reise anzutreten….
Obwohl es um zwei unheilbar an Krebs erkrankten jungen Menschen geht, ist es dem Regisseur Josh Boone gelungen, eine lebensbejahende Liebesgeschichte mit vielen witzigen Dialogen zu schaffen. Einen wesentlichen Anteil an dem Gelingen des Werks haben die beiden Hauptdarsteller, deren zwischen Ernsthaftigkeit und Leichtigkeit pendelndes Spiel zu jederzeit überzeugt.
Nach der Vorstellung besteht die Möglichkeit zum Gespräch, an dem sich auch Mitarbeiter des Gesundheitsamtes beteiligen. Interessierte sind dazu recht herzlich eingeladen.

Online-Anmeldung nicht möglich Filmkunst-Tag

Di, 04.07.2017, 20:00 Uhr, in Pfaffenhofen − Kurs-Nr. 171A5736
Dozent: Peter Dorn (Moderation)

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