Pfaffenhofen >> Kultur & Kreatives >> Filmkunsttage: Der besondere Film
Bei den Filmkunsttagen der vhs kommen Filme zur Aufführung, die nicht dem "mainstream"-Kino angehören, die in den Filmkritiken zwar als sehr sehenswert eingestuft werden, die aber dennoch nur zum geringen Teil den Weg in die Kinos finden.
Bei guten Filmen lohnt es sich sehr, über sie zu reden. Oft wird man sich erst dann ihrer besonderen künstlerischen Qualität bewusst. Deshalb laden wir nach der Aufführung des Filmes zu einer kleinen Gesprächsrunde im Kino-Bistro ein. Es moderiert Peter Dorn, der zusammen mit Pia Schafft für die Auswahl der Filme sorgt.

Beendet bzw. abgesagt Filmkunst-Tag: Der Himmel über Berlin

Di. 02.10.2018, 19:30 Uhr, in Pfaffenhofen − Kurs-Nr. 182A5736
Dozent: Peter Dorn (Moderation)

Genre: Drama
Herkunftsland/Jahr: Deutschland/Frankreich 1987, Wiederaufführung in 4K Fassung und Dolby 5.1: Deutschland 2018
Regisseur: Wim Wenders
Drehbuch: Wim Wenders, Peter Handke, Peter Reitinger
Darsteller: Bruno Ganz, Otto Sander, Peter Falk (Inspektor "Columbo")
Länge: 95 Min

Mehr als dreißig Jahre nach seinem Erscheinen wurde das Drama "Der Himmel über Berlin" auf der diesjährigen Berlinale sorgfältig restauriert und in neuem Glanz herausgebracht. Wim Wenders Engel-Drama gehört ohne Frage zu den großen Klassikern des deutschen Kinos der Nachkriegszeit. Der Film berührt um so mehr, als er in einer Zeit spielt, in der Berlin noch eine geteilte Stadt war. Der Engel Damiel (Bruno Ganz) und sein Freund Cassiel (Otto Sander) wachen über diese Stadt. In kunstvollen Schwarzweiß-Aufnahmen streifen sie durch die Straßen oder blicken von den Dächern auf die Menschen herab. Diese können sie nicht erkennen, das ist nur den Kindern möglich. Aber dennoch sind sie ihnen nah: Sie lauschen aufmerksam und geduldig ihren Gedanken und Gesprächen, gelegentlich legen sie ihnen sacht die Hände auf, um sie ein wenig zu trösten und ihnen neuen Lebensmut einzuflößen. Damiel möchte aber ganz am Leben der Sterblichen teilhaben. Der Wunsch, so zu fühlen wie sie, wird immer größer, so dass er sich schließlich entschließt, seine Unsterblichkeit gegen eine irdische Existenz als Mensch einzutauschen. Ein "ehemaliger" Engel (Peter Falk) hilft im dabei, diesen schwierigen Schritt zu wagen. Da lernt Damiel Marion, eine Trapezkünstlerin, kennen... Der Film ist wohl eine der schönsten Liebeserklärungen an Berlin, die es gibt.
Wim Wenders sehr persönlich gestalteter Film gewann damals den ersten Preis in Cannes und wurde anschließend mit vielen weiteren Preisen überhäuft. Er ist ein Kultfilm der besonderen Art geworden.

Beendet bzw. abgesagt Filmkunst-Tag: "303"

Di, 06.11.2018, 19:30 Uhr, in Pfaffenhofen − Kurs-Nr. 182A5737
Dozent: Peter Dorn (Moderation)

Autofans und besonders Liebhaber von Oldtimer werden vielleicht wissen, was der Filmtitel bedeutet: Der „303“ ist ein ca 30 Jahre alter Mercedes - Kleinbus, der gerne zu Wohnmobilen umgebaut wurde. Und so ein Wohnmobil ist der hauptsächliche Schauplatz des Filmes, der im Rahmen der vhs-Reihe „Der besondere Film“ am kommenden Dienstag, den 6.November um 19.30h im CineradoPlex läuft.
303 ist gleichermaßen Liebesgeschichte, Roadmovie und philosophischer Film. Zwei junge Studenten machen sich zu einer Fahrt in den Süden Europas auf. Zuvor aber hat es nicht gut für beide ausgesehen: Jule ist durch die Biochemieprüfung gerasselt und der Politikstudent Jan hat das von ihm ersehnte Stipendium nicht erhalten. Und sie planen auch nicht, Urlaub zu machen, sondern wollen persönliche Probleme klären. Jule möchte nach Portugal zu ihrem Freund, um ihm von Angesicht zu Angesicht sagen, dass sie von ihm schwanger ist. Und Jan hat vor, in Spanien endlich seinen leiblichen Vater kennen zu lernen.
Sie treffen an einer Tankstelle aufeinander. Jan wurde von seiner Mitfahrgelegenheit versetzt und hofft, dass ihn jemand mitnimmt. Jule gabelt ihn auf und kaum sitzen sie im Wohnmobil nebeneinander, beginnen sie lebhaft zu diskutieren. Ja sie streiten: Jan hält Suizid für egoistisch, man müsse doch an die Angehörigen denken! Für Jule ist das zu viel, sie wirft den Tramper gleich wieder hinaus. Denn der Bus, den sie fährt, bekam sie von ihrem Bruder, der sich das Leben genommen hat.
Der Zufall führt die beiden doch wieder zusammen und sofort wird weiter diskutiert: über Darwin und den Kapitalismus, über den Neandertaler und den europäischen Menschen, über Monogamie und die heutige Gesellschaft, aber auch – beispielsweise – über den Geruchsinn und das Küssen als Vorentscheidung, ob man zueinander passen könnte.
Es sind kluge und witzige-nachdenkliche Wortgefechte, die beide miteinander führen. Dabei ist Jan der große Pessimist, während Jule mehr als Optimistin auftritt. Die Dialoge werden von den beiden großartigen Schauspielen (Mala Emde, Anton Soieker) äußerst authentisch vorgetragen, als wären sie improvisiert. Dabei hat Weingartner, der Regisseur des Films, jahrelang an ihnen gefeilt.
Jule und Jan beginnen auch über sich selbst zu sprechen, ohne dass ihnen das gleich bewusst wird. Sie öffnen sich und kommen sich näher, wobei sie angestrengt darauf achten, sich nicht zu verlieben, was vor den Augen des Zuschauers natürlich längst geschieht.
Zum Reden kommt der Wechsel von Fahren und Anhalten, damit man tanken, essen, spazieren gehen, schlafen kann. So wirkt der Film wie eine heitere, abwechslungsreiche Fahrt in den Sommer, in der aber auch persönliche Problem und ernste gesellschaftskritische Themen zur Sprache kommen.
Nach dem Film besteht die Möglichkeit zum Gespräch. Interessierte sind dazu recht herzlich eingeladen.

Beendet bzw. abgesagt Filmkunst-Tag: "Elternschule"

Di, 04.12.2018, 19:30 Uhr, in Pfaffenhofen − Kurs-Nr. 182A5738
Dozent: Peter Dorn (Moderation)

Wohl kaum ist ein Kinofilm in den letzten Monaten so heftig und kontrovers diskutiert worden wie der Dokumentarfilm Elternschule. Die vhs zeigt das Werk der beiden Autoren Jörg Adolph und Ralf Bücheler im Rahmen ihrer bekannten Reihe am kommenden Dienstag, den 4. Dezember um 19.30h im CineradoPlex.
Filme über Kindererziehung sind in Deutschland ein heikles Thema. Von einer „Erziehungsmisere“ ist immer wieder zu lesen. Unsicherheit hat sich bei den Eltern breit gemacht. Autoritär wollen sie nicht sein, aber wie dann? Die Frage nach dem Wohl des Kindes, nach der richtigen Erziehung wird in unserer Gesellschaft immer wichtiger, weil immer weniger Kinder geborgen werden.
Verständlich, dass nun um die Methoden der Gelsenkirchener Kinder- und Jugendklinik, die in dem Film porträtiert wird, ein heftiger Streit entbrannt ist. Ihr wird der Vorwurf gemacht, sie stehe in der Tradition der autoritären „Schwarzen Pädagogik“, wie sie in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts vermittelt wurde. Verschiedene Psychologen meldeten sich kritisch zu Wort, auch der Deutsche Kinderschutzbund schaltete sich ein und sprach von einem verkehrten Kinderbild, das hier propagiert würde. Schließlich nahm auch die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen die Klinik auf.
Demgegenüber fanden der Film und die Arbeitsweise der Klinik aber auch breite Zustimmung. Die Dokumentation sei sehr informativ und geradezu ein „Muss“ für Eltern mit schwierigen Kindern, so war verschiedentlich zu lesen. Auch die Klinik selbst hat sich vehement gegen die gebrachten Vorwürfe verteidigt.
Ein Jahr lang haben die beiden Filmemacher den Alltag der Gelsenkirchener Kinder- und Jugendklinik begleitet. Der Film dokumentiert die Therapie verhaltensauffälliger Kinder und zeigt auch Eltern, die das Beste für ihr Kind wollen, aber mit ihren Kräften und ihrer Geduld am Ende sind. Für die Therapie ist der ganzheitliche Ansatz entscheidend. Eltern und Kinder werden gemeinsam behandelt. Ihr Aufenthalt ist stationär; sie befinden sich meist etwa drei Wochen in der Klinik. Hier durchlaufen sie eine Art Neustart des pädagogischen Programms, das Schlaftraining, Esstraining, Verhaltenstraining und Psychotherapie miteinschließt. Ein wichtiges Ziel ist vor allem, die Kinder an einen strukturierten Tagesablauf zu gewöhnen, sie sollen sich weniger störend verhalten. Die Eltern erhalten pädagogisches Hintergrundwissen, das sie befähigen soll, ihr Kind besser zu verstehen, um nach dem Klinikaufenthalt pädagogisch sinnvolle Entscheidungen zu treffen.
Im Mittelpunkt der Dokumentation steht der Psychologe Dietmar Langer, der die genannte Therapieform entwickelt hat und die Klinik seit 20 Jahren leitet.
Seine notwendigerweise oft komplexen psychologischen Themen, die er altmodisch an einer Schultafel veranschaulicht, durchbricht er mit amüsanten Beispielen, so dass seine Vorträge auch für (nicht betroffene) Eltern und Laien äußerst informativ sind.
Insgesamt haben Jörg Adolph und Ralf Bücheler mit ihrem offenen und ehrlichen Blick hinter die Kulissen der Therapiearbeit einen sehr sehenswerten Dokumentarfilm geschaffen, der dazu einlädt, nicht nur über den rechten Umgang mit schwierigen Kindern zu diskutieren, sondern sich auch Gedanken über zeitgemäße Formen heutiger Pädagogik zu machen. Das kann im anschließenden Gespräch geschehen, an dem auch Psychologen teilnehmen. Alle Interessierten sind dazu recht herzlich eingeladen.

Filmkunst-Tag:

Di, 08.01.2019, 19:30 Uhr, in Pfaffenhofen − Kurs-Nr. 182A5739
Dozent: Peter Dorn (Moderation)

Es kommen Filme zur Aufführung, die nicht dem "mainstream"-Kino angehören, die in den Filmkritiken zwar als sehr sehenswert eingestuft werden, die aber dennoch nur zum geringen Teil den Weg in die Kinos finden.

Um auch relativ aktuelle Filme ins Programm der Filmkunsttage aufzunehmen, erfolgt die Auswahl zeitnah zum nächsten Termin. Bitte beachten Sie dazu ca. 10 Tage vorher die Veröffentlichung in der Lokalpresse oder hier auf der Homepage.
Gerne informieren wir Sie aber auch über unseren Filmkunst-Newsletter. Teilen Sie uns dazu einfach Ihre E-Mail-Adresse mit an: vhs@landratsamt-paf.de

Filmkunst-Tag:

Di, 05.02.2019, 19:30 Uhr, in Pfaffenhofen − Kurs-Nr. 182A5740
Dozent: Peter Dorn (Moderation)

Es kommen Filme zur Aufführung, die nicht dem "mainstream"-Kino angehören, die in den Filmkritiken zwar als sehr sehenswert eingestuft werden, die aber dennoch nur zum geringen Teil den Weg in die Kinos finden.

Um auch relativ aktuelle Filme ins Programm der Filmkunsttage aufzunehmen, erfolgt die Auswahl zeitnah zum nächsten Termin. Bitte beachten Sie dazu ca. 10 Tage vorher die Veröffentlichung in der Lokalpresse oder hier auf der Homepage.
Gerne informieren wir Sie aber auch über unseren Filmkunst-Newsletter. Teilen Sie uns dazu einfach Ihre E-Mail-Adresse mit an: vhs@landratsamt-paf.de



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