Der Online-Vortrag beleuchtet Münchens Entwicklung von der römischen Siedlung forum apud munichen an der Salzstraße über mittelalterliche Handelswege und Stadtmauern bis zu den Erweiterungen des 19. Jahrhunderts. Er erklärt das Wachstum der Stadt und dient als Einstieg für Führungen entlang der Münchner Prachtstraßen.
Der Vortrag behandelt den Übergang zum modernen Antisemitismus. Judenfeindlichkeit eskalierte im Nationalsozialismus im Holocaust, bei dem 6 Mio. Menschen ermordet wurden. Ebenso thematisiert der Vortrag antisemitische Kontinuitäten nach 1945 sowie gegenwärtige Erscheinungsformen der Judenfeindlichkeit.
Analysiert wird Judenfeindlichkeit im christlich geprägten Mittelalter und in der frühen Neuzeit. Der Vortrag macht sichtbar, wie religiöse Deutungen, Machtinteressen und Ängste zusammenwirkten und dauerhafte Strukturen der Diskriminierung hervorbrachten.
Die Bischofskirche von Ostia, der Hafenstadt Roms, wurde von Konstantin dem Großen kurz nach der Legalisierung des Christentums gestiftet. Damit gehört sie zu den ältesten Kirchen überhaupt. Im Gegensatz zu den meisten anderen konstantinischen Kirchenstiftungen ist diese Bischofskirche nie nachträglich überbaut worden, so dass hier - einmalig für den Beginn der christlichen Sakralarchitektur - Aussehen und Gestaltung einer Kirche aus der Zeit zwischen 320 und 330 freigelegt werden können. Seit 2023 wird die Anlage von den Universitäten Bonn und Köln gemeinsam mit dem Deutschen Archäologischen Institut in Rom und in Kooperation mit der römischen Universität La Sapienza ausgegraben. Im Vortrag werden die Ergebnisse der bisherigen Grabungskampagnen vorgestellt. Sabine Feist lehrt Christliche Archäologie an der Universität Bonn.
Geschichte des Antisemitismus Die Vorträge spannen einen historischen Bogen von der Antike bis hin zu modernen Formen des Antisemitismus seit dem 19. Jahrhundert. Im Mittelpunkt stehen die gesellschaftlichen Deutungsmuster, politische Debatten und ihre langfristigen Wirkungen bis in die Gegenwart. Der Vortrag thematisiert das jüdische Leben im Alten Orient, im hellenistischen Kulturraum und im Römischen Reich. Wie kam es zu stereotypen Bilder über „die“ Juden, ihre Kultur und monotheistische Religion? Warum blieben diese so wirkmächtig?
Im Juni 2016 stimmte eine knappe Mehrheit der britischen Bevölkerung bei einer Volksabstimmung für den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union. Die Veranstaltung fragt nach den Ursachen der Brexit-Entscheidung und skizziert den Brexit-Wahlkampf vor der Volksabstimmung. Nach langwierigen Verhandlungen erfolgte der EU-Austritt des Landes 2020. Welche Schwierigkeiten bringt die Entwicklung für Großbritannien und für die EU mit sich? Und wie steht es heute um die Beziehungen zwischen der EU27 und Großbritannien?
Teleskope wie das James-Webb-Weltraumteleskop und das eROSITA Observatorium liefern beeindruckende Bilder aus dem Weltall. Teleskope wie das E-ELT der ESO und das SKA sind im Bau. Für die offenen Fragen der Kosmologie gibt es spannende, neue Ergebnisse!
Der historische Arbeitsraum, die Alte Wachszieherei konnte wieder original und funktionsfähig aufgebaut und im November 2023 eröffnet werden. Dort erklärt Hans Hipp in einem lebendigen, ca. 60-minütigen Vortrag, die Verarbeitung von Bienenwachs und Bienenhonig zu Kerzen, Wachsstöcke, Votivgaben und zu „feinen Honigzelten“. Das religiöse und profane Brauchtum um diese Erzeugnisse kommt dabei nicht zu kurz. Besonders interessant ist die Geschichte über die Anfänge der HiPP Baby Kost im Haus Hipp. Denn vor 125 Jahren brachte Großvater Joseph Hipp seine ersten „J.Hipp’s Kinderzwieback Mehl“ Packungen in den Handel.
Großbritannien gehörte 1945 zu den Siegermächten des Zweiten Weltkrieges. Zugleich stand es vor dem wirtschaftlichem Niedergang, hoher Staatsverschuldung und dem Verlust der alten Großmachtstellung. Außenpolitisch positionierte sich das Land früh im Kalten Krieg – als UNO-Gründungsmitglied (1945), mit Beteiligung an der Berlin-Luftbrücke (1948/49) und als NATO-Gründungsmitglied (1949). Parallel beschleunigte sich die Entkolonialisierung: zentral sind die Unabhängigkeit Indiens (1947) sowie weitere Souveränitäten und Mandatsabgaben in den späten 1940ern und 1950/60ern. Die Suezkrise 1956 markiert dabei einen Einschnitt, weil sie die Grenzen britischer Machtpolitik sichtbar machte und innenpolitische Folgen hatte. Die Veranstaltung spannt einen innenpolitischen Bogen von Nachkriegskonsens und Wohlfahrtsstaat über die Inflation und den „Winter of Discontent“ (1978/79) bis zum Thatcherismus mit Privatisierungen, Konflikten mit Gewerkschaften und starken sozialen Spannungen. Der Vortrag ordnet den britischen Kurs zwischen EWG und der internationalen Rolle des Landes ein.
Weihnachten steht vor der Tür – und rund um die Krippe gibt es viele Fragen. Wann wird sie aufgestellt, welche Figuren gehören dazu und welche Bedeutung haben sie? Der Onlinevortrag gibt einen anschaulichen Überblick über Geschichte, Aufbau und Symbolik der Weihnachtskrippe – von ihren Ursprüngen bis zu heutigen Traditionen.
Unter den Kanzlern der Bundesrepublik Deutschland ragt Konrad Adenauer heraus. Er ist es, der nach NS-Diktatur, Zweitem Weltkrieg und Holocaust 1949 die erste Bundesregierung bilden kann und die von außen gestiftete Demokratie im Westen verankert. Damit legt er die Fundamente einer Erfolgsgeschichte, die den Westdeutschen auf Jahrzehnte hinaus Wohlstand und Frieden beschert. Aber Adenauer ist es auch, der die deutsche Teilung in Kauf nimmt und Millionen seiner Landsleute ein Beschweigen ihrer Vergangenheit ermöglicht. Der renommierte Zeithistoriker Norbert Frei nimmt den 150. Geburtstag des Gründungskanzlers zum Anlass für ein unbestechliches Portrait des Mannes, der die deutsche Geschichte nach 1945 geprägt hat wie niemand sonst Norbert Frei lehrte Neuere und Neueste Geschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Davor forschte er u.a. an dem Institut für Zeitgeschichte, an der Harvard University, in Princeton, in Jerusalem und am Wissenschaftskolleg zu Berlin.
Sowohl außen- wie innenpolitisch stand Großbritannien in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vor massiven Herausforderungen. Diese Epoche seiner Geschichte wurde von Premierministern wie David Lloyd George, Ramsay MacDonald, Neville Chamberlain oder Winston Churchill geprägt. Die Veranstaltung betrachtet die wesentlichen Entwicklungen von der Aufgabe der „Splendid Isolation“ über innenpolitische Versuche einer Sozial- und Steuerreform bis hin zur gescheiterten Appeasment-Politik und dem Zweiten Weltkrieg. Referent: Martin Schneider.
Mit der Einrichtung einer Spruchkammer im Sommer 1946 übergab die amerikanische Besatzungsmacht die Entnazifizierungsverfahren in deutsche Hände. Mit Fragebögen und Spruchkammerverfahren sollten ehemalige Funktionäre der NSDAP aus öffentlichen Ämtern und gesellschaftlich wichtigen Funktionen fern gehalten werden. Welche Strafen die Spruchkammer verhängen konnte, wie viele Verfahren die Kammer führte, wie gut die Entnazifizierung gelang und wie die Menschen diese Verfahren beurteilten, darüber berichtet der Historiker Andres Sauer.
Geschichte & Politik Bauwerke, die Geschichten erzählen Entdecken Sie in zwei Online-Vorträgen spannende Sehenswürdigkeiten in München und Umgebung. Abseits von Straßenlärm oder Touristenströmen betrachtet Paul Gaedtke die Bauwerke im Detail und ordnet sie in den geschichtlichen Kontext ein.
Der nach dem Ersten Weltkrieg gegründete Völkerbund verlor in den 1930er Jahren immer mehr an politischem Einfluss und konnte die Katastrophe des Zweiten Weltkriegs nicht verhindern. Noch während des Krieges wurden die diplomatischen Grundlagen für die im Sommer 1945 erfolgte Neugründung einer Nachfolgeorganisation gelegt, um den Weltfrieden und die Geldung des Völkerrechts zu sichern, die Menschenrechte zu schützen und die internationale Zusammenarbeit zu fördern. Entstanden ist dazu ein äußerst komplexes System von Institutionen und Organisationen. Der UNO gehören heute 193 Staaten an. Die Veranstaltung skizziert den grundlegenden Aufbau der UNO-Organisation sowie ihr Wirken. Ebenso werden Kritik und Reformbedarf der Organisation thematisiert.
Bereits vor der Gründung des Staates Israel im Jahr 1948 existierten Absichtserklärungen und Vereinbarungen über die Stellung der jüdischen Bevölkerung in Palästina. Mit der Ausrufung des Staates begann der erste Nahostkrieg, dem weitere Konflikte in den Jahren 1967 und 1973 folgten. Von den arabischen Staaten, die sich an diesen Kriegen gegen Israel beteiligten, schlossen später lediglich Ägypten und Jordanien Friedensverträge mit dem jüdischen Staat. Die übrigen Länder beendeten die militärischen Auseinandersetzungen jeweils nur durch Waffenstillstandsabkommen. Zudem besteht der anhaltende Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern. Alle bisherigen Versuche, auch ihnen einen eigenen Staat zu ermöglichen, scheiterten bislang an den unvereinbaren Gebietsansprüchen der beteiligten Parteien. Der Vortrag gibt einen Überblick über die Geschichte der Friedensinitiativen im Nahen Osten.
Was unterscheidet das Aufwachsen in einer Diktatur von dem in einer Demokratie? Was passierte, wenn Jugendliche in der DDR mit dem System in Konflikt gerieten? Gemeinsam gehen wir der Frage nach, was junge Menschen damals geprägt hat und was sie heute beschäftigt, wo Erfahrungen vergleichbar und wo Unterschiede entscheidend sind. Die Veranstaltung lädt dazu ein, Generationen ins Gespräch zu bringen und über das Leben von jungen Menschen in Umbruchszeiten nachzudenken. Gesprächsgast 1: Lisa Trebs Lisa Trebs ist Mitgründerin der Initiative k_einheit und Teil der ostdeutschen Generation Z. Sie setzt sich dafür ein, dass junge Menschen aus Ostdeutschland und ihre Perspektiven in gesellschaftlichen Debatten gehört werden. Mit k_einheit entwickelt sie Projekte, Workshops sowie Dialog- und Ausstellungsformate, die sich mit dem Erleben von Einheit, dem Erbe der Wiedervereinigung und der Zukunft Ostdeutschlands auseinandersetzen. Lisa arbeitet hauptberuflich in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit und bringt diese globale Perspektive in ihr zivilgesellschaftliches Engagement ein. Gesprächsgast 2: Tim Eisenlohr Tim Eisenlohr wurde 1973 in Ost-Berlin geboren. In der DDR engagierte er sich schon als Jugendlicher politisch in der oppositionellen Umweltbibliothek. In der Nacht vom 24. zum 25. November 1987 wurde der 14-jährige Tim zusammen mit anderen Mitarbeitern der Umweltbibliothek verhaftet. Er reiste im Sommer 1989 mit seiner Familie nach West-Berlin aus und ging dort weiter zur Schule. In der Bundesrepublik setzte er sein Engagement unter anderem bei „amnesty international“ fort. Heute ist Tim Eisenlohr als Politischer Bildner aktiv und setzt sich für Menschen in Not ein – beispielsweise beim Kältebus der Kältehilfe des DRK. Ihm ist es wichtig, gebrochene Biografien zu akzeptieren und das Gespräch zu suchen. Er ist sehr podiumserfahren. Moderation: Miriam Menzel Miriam Menzel moderiert Veranstaltungen und Diskussionsformate mit Bezug zu ihren Arbeitsschwerpunkten: historisch-politische Bildung und Erinnerungskultur in der digitalen Gesellschaft. Sie hat zuletzt für die EKD, die Gesellschaft für eine gute Zukunft, die Alfred Landecker Foundation und die Kooperative Berlin gearbeitet. Zu den von ihr konzipierten und geleiteten Projekten, die sich mit dem Jung-Sein in der DDR beschäftigen, gehört u. a. die Podcast-Reihe „Young and Free".
Lise Meitner (1878 – 1968) zählt zu den ersten Frauen, die an der Wiener Universität in Physik promovierten. Sie gilt als führende Forscherin auf dem Gebiet der Radioaktivität. Der Vortrag skizziert Meitners Biographie und zeigt, welchen wissenschaftlichen Anteil sie an der Kernspaltung besaß.
Heutzutage spazieren Millionen von Besuchern durch antike Ruinenstädte. Voll Bewunderung studieren wir die verfallenen Gebäude und Monumente und stellen uns vor, wie der Alltag der Menschen damals ausgesehen haben mag. Nostalgie und romantische Wehmut angesichts des Untergangs der alten Kulturen sind jedoch moderne Phänomene. Im Altertum ging man mit den zahlreichen zerstörten Städten, die schon damals im Mittelmeerraum allgegenwärtig waren, wesentlich pragmatischer um: Ruinen hatten nichts Positives an sich, sie wurden entweder beseitigt oder schlichtweg ignoriert. Martin Zimmermann zeigt in diesem Vortrag, wie die Menschen in der Antike selbst auf bedeutende Stätten wie Troja, Mykene, Ninive und Pompeji geblickt haben. Er lehrt Alte Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Gerda Henkel Stiftung statt.
Marie Curie (1867 – 1934) leistete Außergewöhnliches zur Erforschung der Radioaktivität. Für ihre Arbeiten erhielt sie zweimal den Nobelpreis. Der Vortrag skizziert ihre Arbeiten und Karriere im Spannungsfeld der Frauenemanzipation des beginnenden 20. Jahrhunderts sowie in der Zeit des europäischen Nationalismus.
In Bayern ist der goldene Herbst geprägt von Kirchweih, Erntedankfesten und regionalen Bräuchen – bis hin zu Weinfesten und dem weltberühmten Oktoberfest. Der Vortrag beleuchtet die Ursprünge dieser Traditionen, erklärt ihre kulturelle Bedeutung und zeigt, was uns alte Bauernregeln über Jahreslauf, Landwirtschaft und Volksglauben verraten.
In Deutschland drangsaliert und verfolgt, versuchten viele Juden verzweifelt, sich ins Ausland zu retten. Doch potenzielle Zufluchtsstaaten schlossen ihre Grenzen und schotteten sich mit jeder weiteren deutschen Expansion stärker ab. Der Völkerbund und die US-Regierung bemühten sich erfolglos, die Flüchtlingspolitik zu koordinieren: Auf der Konferenz im französischen Évian berieten im Juli 1938 Staaten und Hilfsorganisationen über die Aufnahme von Flüchtlingen - ohne Ergebnis. Die Nazis höhnten, niemand wolle die Juden haben. Weil Flüchtlingen eine reguläre Einreise verwehrt blieb, bestiegen sie seeuntüchtige Boote, bezahlten Fluchthelfer und gingen illegale Wege, um sich in Sicherheit zu bringen. Susanne Heim ist Historikerin und Politikwissenschaftlerin. Sie war Projektleiterin der wissenschaftlichen Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933 bis 1945", Gastprofessorin in Wien und hat an einschlägigen Institutionen und Archiven in Jerusalem, Washington, Cincinnati und New York geforscht.
Naturwissenschaften & Technik Pionierinnen der Naturwissenschaften Caroline Herschel (1750 – 1848) war eine Pionierin der Astronomie. Sie entdeckte acht Kometen und erstellte präzise Sternkataloge. Der Vortrag zeigt, wie sie sich trotz gesellschaftlicher Hindernisse als Wissenschaftlerin etablierte und Ehrungen wie die Goldmedaille der Royal Astronomical Society erhielt.
Die Nationalsozialisten wollten nicht nur den Staat kontrollieren, sondern die gesamte Gesellschaft nach ihren Vorstellungen formen. Besonders Kinder, Jugendliche und Familien standen daher im Mittelpunkt der politischen Wirksamkeit. Der Vortrag zeigt, wie Schule und Jugendorganisationen zur Vermittlung nationalsozialistischer Ideologie genutzt wurden, welche Rolle der Familie zugedacht war und wie das Regime versuchte, das Privatleben der Menschen zu beeinflussen. Dabei wird deutlich, wie eng Schule, Erziehung und Familienbild miteinander verknüpft waren.
Donald Trump zeigt Interesse an Grönland, Dänemark ringt mit kolonialer Vergangenheit und die Insel strebt nach Unabhängigkeit. Rohstoffe, Geopolitik und Erinnerungspolitik greifen ineinander. Ebbe Volquardsen, bis 2025 Professor an der Universität Grönland, erklärt historische Hintergründe und warum die Arktis für Europa immer wichtiger wird.
Wenn wir über die Einheit Deutschlands sprechen, meinen wir oft die Erfahrungen der „Mehrheitsgesellschaft“. Doch wie erlebten Menschen mit Migrationsgeschichte die Umbrüche seit 1989/90? Ihre Geschichten erzählen nicht nur von Freude und Erleichterung, sondern auch von Unsicherheit, Ausgrenzung und Rassismus. Es ist höchste Zeit, sich diesen Leerstellen in unserer Erinnerungskultur zu widmen - seien Sie Teil davon! Gesprächsgast 1: Paulino José Miguel Paulino José Miguel kam 1982 mit 11 Jahren allein aus Mosambik in die DDR, um dort seine schulische und später auch berufliche Ausbildung fortzusetzen. Grundlage hierfür war ein Staatsvertrag zwischen Mosambik und der DDR, der 900 Jugendlichen zwischen 12 und 14 Jahren ermöglichte, in Deutschland einen Schulabschluss zu machen. Seit 2008 leitet Herr Miguel beim Stuttgarter Forum der Kulturen das „Kompetenzzentrum Migration Entwicklung Partizipation“. Außerdem ist er Repräsentant der migrantischen Organisationen im Rat für Entwicklungszusammenarbeit des Landes Baden-Württemberg.Für sein Engagement als Brückenbauer in der Arbeit für die Rechte von Migrantinnen und Migranten, den interkulturellen Dialog und die Entwicklungszusammenarbeit wurde Paulino Miguel 2025 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Gesprächsgast 2: Cahit Başar Cahit Başar wurde 1966 in Duisburg geboren. Seine kurdischen Eltern waren einige Jahre zuvor aus der Türkei in die Bundesrepublik gekommen. Er gehörte zu den ersten Kindern mit kurdischem Migrationshintergrund, die in Deutschland geboren wurden. Cahit Başar ist der aktuelle Generalsekretär der Kurdischen Gemeinde Deutschland und Mitglied im “Fachbeirat Gesellschaftliche Aufarbeitung/Opfer und Gedenken” der Bundesstiftung Aufarbeitung. Moderation: Nhi Le Nhi Le ist Journalistin, Moderatorin und Autorin. Ihre Schwerpunkte sind digitale Medienkultur, die Schnittstellen zwischen Pop und Politik und die Einwanderungsgesellschaft Ostdeutschland mit Fokus auf die vietnamesische Diaspora. Aktuell arbeitet sie vor allem für den Norddeutschen Rundfunk und für andere öffentlich-rechtliche Medien. Die ZEIT zählt sie zu den 100 wichtigsten jungen Ostdeutschen. 2021 wurde sie vom Medium Magazin zu den Top 30 bis 30 Journalist*innen des Landes gewählt. Ihre Arbeit wurde mit dem Alternativen Medienpreis ausgezeichnet.
Große, langlebige Beutegreifer wie der Wolf werden bewundert und sind zugleich verfemt. Als Leit- und Schirmarten fördern sie den Naturschutzgedanken, als Arten im Zentrum von Konflikten mit zahlreichen Interessensgruppen werden sie verfolgt und getötet. Kann der Wolf also in unserer Welt überleben? Ja, das geht im Prinzip, wie Mensch-Wildtier-Konflikte mit anderen Raubtieren zeigen. Allerdings setzt das voraus, dass Betroffene gehört und Politik, Naturschutz und Wissenschaft aufeinander zugehen. Wie das aussehen könnte, welche Voraussetzungen es dafür braucht und was der gegenwärtige Stand ist, soll dieser Vortrag erläutern. Heribert Hofer forscht seit über vierzig Jahren im Freiland zur Verhaltensökologie und dem Naturschutz von Raubtieren (Tüpfelhyäne, Gepard, Fuchs, Dachs, Wolf), ihren Belastungen und Krankheitserregern. Seine Langzeitprojekte in Europa, Tansania und Namibia führten zur vielfachen Beschäftigung mit dem gegenseitigen Verhältnis von Mensch und Wildtieren, Mensch-Wildtier-Konflikten und der Einsicht, dass Schutz von Natur den Einklang mit betroffenen Menschen erfordert. Neben der Forschung engagiert er sich für den Naturschutz und ist in mehreren wissenschaftlichen Gesellschaften aktiv, zuletzt als Präsident der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte (GDNÄ). Bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2025 war er 25 Jahre lang Direktor des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin. Zurzeit ist er Seniorprofessor für interdisziplinäre Wildtierkunde am Institut für Biologie der Freien Universität Berlin.
Vor 80 Jahren, am 30. September und 1. Oktober 1946 wurden die Urteile im Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess verkündet. Aus diesem Anlass zeigt das Cineplex in Pfaffenhofen in Kooperation mit der vhs Pfaffenhofen den Film „Nürnberg“ der unter der Regie von James Vanderbilt entstand. In diesem Drama geht es um die Arbeit des US-amerikanischen Gefängnispsychiaters Douglas Kelley (Rami Malek). Er soll er die Psyche der gefährlichsten und mächtigsten Männer des Dritten Reichs analysieren und prüfen, ob diese prozesstauglich sind, darunter Hermann Göring, gespielt von Russel Crowe. Dabei fällt es Kelly nicht leicht sich dem Charisma und der manipulativen Persönlichkeit Görings zu entziehen. Nach dem Film bietet Reinhard Haiplik, der Pfaffenhofener Autor und Historiker die Möglichkeit über den Film zu diskutieren.
Eines der mysteriösesten und bekanntesten Bauwerke der frühen Menschheitsgeschichte ist das Megalith-Bauwerk Stonehenge in England. Stonehenge und die anderen prähistorischen Steinkreise Unter den zahlreichen prähistorischen Kreisanlagen aus Steinen oder Holzpfosten gilt Stonehenge in Südwest-England als bekanntestes Beispiel. Sein Baumaterial wurde teils über hunderte von Kilometern herbeigeschafft, und die ältesten dortigen Funde zeigen, dass der Ort schon weit vor der Aufstellung der Monolithen als kultische Stätte genutzt wurde. Man fand zudem zahlreiche Gräber aus dieser Zeit und eine Prozessionsstraße zum nahen Fluss Avon. Zudem existierten enge Verbindungen zu verwandten Kultstätten. Mittlerweile können die Archäologen ein recht differenziertes Bild der gesellschaftlichen Verhältnisse der damaligen Zeit aufzeigen, auch wenn noch nicht alle Rätsel gelöst sind. Heiner Schwarzberg ist ein deutscher Prähistorischer Archäologe. Er leitet die Abteilung Vorgeschichte an der Archäologischen Staatssammlung in München. In Kooperation mit der Archäologischen Staatssammlung und der Staatlichen Museumsagentur Bayern.
Hartmuth Lang hat im Sommer 2024 eine zehnwöchige Wanderung entlang dem ehemaligen Grenzstreifen zwischen der BRD und der DDR unternommen. Allein mit einem kleinen Zelt ist er die historische Strecke abgelaufen. Leitfaden waren die 1400 km des Kolonnenweges der DDR-Grenzsoldaten. Er berichtet über die Natur, die sich mittlerweile dort entwickelt konnte und so zum „Grünen Band“ wurde, so wie auch von den geschichtlichen Zeugnissen, die bis heute sichtbar und auch in Grenzlandmuseen zu besichtigen sind. Fehlen darf auch nicht die große Hilfsbereitschaft, die er auf seiner Wanderung erfahren durfte und die Gespräche über das Leben an der Grenze in Ost und West die sich dadurch ergeben haben. Geschichten zum Nachdenken, aber auch heitere Ereignisse die ihm widerfahren sind. Das Ganze wird Fotos der Wanderung umrahmt. Es wird ein lockerer Vortrag, bei dem er auch gern Fragen beantwortet.
Dirndl und Tracht sind für viele so typisch München wie Bier und Oktoberfest. Doch ursprünglich bedeutete Tracht nur „das, was getragen wird“. Wir entdecken, wie sich Dirndl und Lederhosn zur Volkstracht entwickelten, warum das Dirndl erst spät zur Wiesn-Bekleidung wurde und was die Schleifen über das Anbandeln verraten.
Es gibt Umbrüche, die allumfassend sind, die etwas mit uns machen. Unsere Gesprächsgäste haben solche Umbrüche erlebt. Für Nadja Klier, Tochter einer DDR-Bürgerrechtlerin, war die Überwachung durch die Stasi Alltag. Ihre plötzliche Ausbürgerung 1988 aus der DDR erlebte die Jugendliche als Schock und existentiellen Umbruch. Ingo Hasselbach geriet schon früh in Konflikt mit dem DDR-Regime. Zunächst war er Punk, radikalisierte sich dann im Gefängnis und wurde Anfang der 1990er-Jahre zu einem der führenden Neonazis Ostdeutschlands. Er schaffte den gefährlichen Ausstieg aus der Szene und gründete ein Aussteigernetzwerk. Das Gespräch mit den Gästen bleibt nicht in der Vergangenheit stehen: Aufklärung über die Diktatur in der DDR und die erlebten Umbruchserfahrungen sind heute wichtiger denn je. Und auch Rechtsextremismusprävention bleibt ein zentrales Thema. Gesprächsgast 1: Nadja Klier Nadja Klier wurde 1973 in Dresden geboren. Sie ist Tochter der DDR-Bürgerrechtlerin Freya Klier. 1988 wurde sie mit ihrer Familie nach jahrelanger Überwachung aus politischen Gründen aus der DDR ausgewiesen. Über Nacht veränderte sich für die Jugendliche alles. Nadja Klier arbeitet seit vielen Jahren als Fotografin, Autorin und Filmemacherin. 2021 rief sie die „DDR-Box“ ins Leben. Das Portal zielt darauf ab, die Geschichte der DDR möglichst authentisch für Jugendliche darzustellen. Gesprächsgast 2: Ingo Hasselbach Ingo Hasselbach wuchs in einem privilegierten DDR-Elternhaus auf. Sein Vater arbeitete als Redakteur beim Rundfunk der DDR und war 1964 aus der Bundesrepublik in die DDR übersiedelt, seine Mutter war Journalistin bei der Nachrichtenagentur ADN. Seine Kindheit verbrachte er im Prenzlauer Berg, ab 1971 lebte die Familie gegenüber des Stasi-Komplexes in Berlin Lichtenberg. Hasselbach erlebte als Jugendlicher staatliche Repression, insbesondere aufgrund seiner Zugehörigkeit zur Punk-Szene. Schule und Jugendzeit waren von Ausgrenzung, Bestrafung, der Unterbringung in einem Kinderheim und der Einweisung in einen Jugendwerkhof geprägt. Zwischen 1986 und 1989 folgten mehrere Gefängnisaufenthalte, während derer er sich radikalisierte. Anfang der 1990er-Jahre entwickelte sich Hasselbach zu einer führenden Figur der Neonazi-Szene in Berlin. Sein Ausstieg aus der rechtsextremistischen Szene im Jahr 1993 war mit erheblichen persönlichen Risiken verbunden. Moderation: Knut Elstermann Knut Elstermann, geboren 1960, studierte Journalistik in Leipzig und arbeitete als Redakteur bei verschiedenen DDR-Medien. Seit der Wende ist er freier Moderator und Filmjournalist, vor allem für den MDR und den RBB (radioeins). Er verfasste Bücher sowie zahlreiche Features für Fernsehen und Hörfunk, unter anderem über das Kino in Israel und Russland und die DEFA-Geschichte. Knut Elstermann ist Mitglied der Akademie der Darstellenden Künste. Er lebt in Berlin.
Die englische Königin Victoria übernahm den Thron 1837 zu einer Zeit ernster innenpolitischer Krisen und außenpolitischer Herausforderungen. Sie war geprägt von einer fortschreitenden Industrialisierung, dem Elend großer Teile der Arbeiterschaft, dem Ansehensverlust der Krone nach den Regierungszeiten Georgs III. und Georgs IV. sowie den politischen Ansprüchen des englischen Parlaments. Doch zugleich stieg Großbritannien während Victorias sehr langer – bis 1901 andauernden – Regierungszeit zu großer wirtschaftlicher und kolonialer Macht auf. Der Vortrag skizziert ihre Biographie, fragt nach den großen innen- und außenpolitischen Entwicklungen und skizziert die viktorianische Politik.
England erlebte im 17.Jahrhundert tiefgreifende politische und gesellschaftliche Umbrüche. Im Zentrum stehen die Ursachen und Folgen der Auseinandersetzungen zwischen Krone und Parlament, die zur konstitutionellen Revolution führten. Anhand von Oliver Cromwells Rolle wird der Übergang von der Monarchie zur Parlamentsherrschaft und deren Scheitern analysiert. Ebenso wird die Restauration der Monarchie und ihre erneute Krise in der „Glorreichen Revolution“ von 1688 dargestellt. Der Vortrag zeigt die Entstehung der modernen konstitutionellen Ordnung Großbritanniens.
Ein erbitterter Kampf um die Macht tobte im England der Jahre 1455 – 1485 zwischen die Häusern Lancaster und York. Die Rosen, die beide in ihrem Wappen trugen – die weiße Rose von York und die rote Rose von Lancaster – gaben diesen Auseinandersetzungen ihren Namen. Sie mündeten letztlich in einen offenen Bürgerkrieg. Als Sieger ging aus ihm Heinrich VII. aus dem Hause Tudor hervor, der die gleichnamige Tudor-Dynastie begründete. Die Auseinandersetzungen prägten England zutiefst. Die Veranstaltung skizziert die Ursachen der Rosenkriege sowie ihren Verlauf und fragt nach den Folgen für die englische Geschichte.